
Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht. Leider beherzigen das nicht alle.
Autofahren
Überhöhte Geschwindigkeit

Schon 10 km/h mehr erhöhen laut Verkehrsforschung das Unfall- und
Verletzungsrisiko deutlich.

- Tempomat/Begrenzer nutzen.
- Regelmäßig Tachokontrolle.
- Bei schlechten Sicht- oder Witterungsbedingungen zusätzlich entschleunigen.
Analysen zeigen: Mit Zunahme der Aufprallgeschwindigkeit steigt das Todesrisiko überproportional an.
Kein Anzeigen von Fahrmanövern

Fehlendes oder zu kurzes Blinken führt zu Fehleinschätzungen anderer
Verkehrsteilnehmer.

- Mindestens 3 Sekunden vor dem Abbiegen blinken.
- Blinker während des ganzen Manövers aktiviert lassen.
Studien zeigen: Frühes Signalisieren reduziert Auffahr- und Seitenkollisionen signifikant.
Rechts vor links missachten

Unklare Situationen erzeugen Unsicherheit und es kann zu Kollisionen kommen. Dieser
Fehler tritt laut Unfallanalysen häufig in Wohngebieten auf.

- Geschwindigkeit reduzieren, Kreuzungen langsam anfahren.
- Bewusst Vorfahrtregeln wiederholen (Selbstinstruktion).
Verkehrspsychologische Studien zeigen: Selbstinstruktion senkt das Fehlverhalten in Routinen.
Überholen
Sicherheitsabstand

Zu knappes Überholtwerden ist eine der häufigsten Unfallursachen für Personen auf
dem Rad. Wer auf dem Rad ganz nah von einem schnell fahrenden Kraftfahrzeug
überholt wurde, vergisst diese bedrohliche Situation nicht so schnell.

- Gesetzlichen Mindestabstand von 1,5 Meter innerorts einhalten, 2 Meter außerorts.
- Dadurch wird das Risiko schwerer Seitenkollisionen erheblich reduziert.
Abbiegen
Toten Winkel missachten

Besonders bei Rechtsabbiegeunfällen kommt es häufig zu schweren Verletzungen von
Radfahrenden und Fußgängern. Letztere fühlen sich oft sicher, weil ihre Ampel grün
zeigt.

- Langsamer einfahren, bis Blickkontakt hergestellt ist.
- Spiegelsysteme korrekt einstellen und aktiv nutzen.
- Bei Lkw/Transportern: Assistenzsysteme nutzen, wenn vorhanden.
Studien zeigen: Assistenzsysteme und Blickkontakt-Strategien reduzieren das Risiko deutlich.
Aussteigen
Gefährliches Dooring

Personen im Auto öffnen beim Aussteigen die Fahrzeugtür, ohne auf den rückwärtigen
Verkehr – insbesondere Radfahrende – zu achten. Dies führt zu schweren bis tödlichen
Dooring-Unfällen.

Holländischen Griff anwenden – die Tür mit der entfernteren Hand öffnen, wodurch sich Oberkörper und Kopf automatisch nach hinten drehen. Studien aus den Niederlanden zeigen die Wirksamkeit dieses einfachen Handgriffs.
Mit dem Rad auf Achse
Gefährliches „Durchquetschen“

Radfahrende fahren häufig rechts an stehenden Fahrzeugkolonnen vorbei. Viele
Unfälle entstehen durch plötzlich geöffnete Türen oder abbiegende Autos.

- Genügend Seitenabstand wahren.
- Das Manöver vermeiden.
Fehlerhafte oder fehlende Lichtnutzung

Schlechte Sichtbarkeit ist ein zentraler Risikofaktor für Radunfälle, besonders in der
Dämmerung und bei Nacht.

- Vorder- und Rücklicht immer funktionstüchtig halten.
- Tagsüber bei schlechtem Wetter ebenfalls Beleuchtung nutzen.
Studien zeigen: Tagfahrlicht am Fahrrad reduziert Unfälle mit Kraftfahrzeugen signifikant.
Zu Fuß unterwegs
Überqueren der Straße ohne Rückversicherung

Fußgänger treten zwischen parkenden Autos hervor oder verlassen sich
ausschließlich auf den Zebrastreifen – eine häufige Unfallursache.

- Seitlichen Verkehr prüfen, Blickkontakt herstellen.
- Auch am Zebrastreifen nicht blind vertrauen – unfallstatistisch bestehen hohe Risiken, wenn Fahrzeuge Fußgänger nicht rechtzeitig erkennen.
Studien zeigen: Durch Blickkontakt sinken die Risiken deutlich.
Infotainment
Ablenkung durch Smartphone oder Infotainment

Ablenkung ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine der Hauptursachen für
Unfälle.

- Handy außer Reichweite oder in Nicht-stören-Modus.
- Navigation vor der Fahrt einstellen.
- Im Zweifel anhalten statt kurz nachsehen.
Die Reaktionszeit verlängert sich bei Ablenkung teilweise so weit, dass es einer Fahrt unter Alkohol gleichkommt. Aufmerksamkeit lässt sich nicht teilen!
Unaufmerksamkeit

Wer beim Fahren nicht seine Umgebung scannt, erhöht das Risiko, plötzlich
Hindernisse zu übersehen.

- Aufmerksam den Verkehr beachten, um schnell reagieren zu können.
- Gegebenenfalls runter mit der Geschwindigkeit.
Verkehrspsychologische Studien zeigen: Vorausschauendes Fahren reduziert Sturz- und Konfliktrisiken.
Diesen Beitrag teilen