Rückenprobleme? Das muss nicht sein! Am besten gleich die Gegenbewegung starten.
Wann hat sich Ihr Rücken das letzte Mal gemeldet? Ob im Auto, in Bus oder Bahn, am Bürotisch, in Sitzungen, in der Kantine, auf dem Sofa, vor dem Computer oder dem Fernseher, der moderne Mensch sitzt viel zu viel und viel zu lang. Bewegung bleibt zu oft auf der Strecke.
Bewegungsapparat benutzen
Stefan Kindermann, Sportwissenschaftler und Referent für Ergonomie bei der BG ETEM, gibt Tipps für mehr Bewegung im Arbeitsalltag. „Wir Menschen haben einen Bewegungsapparat und der muss benutzt werden, er verkümmert sonst“, sagt Kindermann. „Zu wenig Bewegung ist auch gesamtgesellschaftlich ein erhebliches Problem, denn die gesundheitlichen Folgen unseres Bewegungsmangels zeigen sich oft erst Jahrzehnte später. Die gute Nachricht ist: Man kann dem gut vorbeugen!“ Zu viel sitzen betrifft fast alle. „Sitzexperten“ gibt es viele, aber kaum jemand weiß, was das viele Sitzen mit dem Körper macht: Wer sitzt, ist im Ruhemodus. Der Energiestoffwechsel und die Durchblutung fahren herunter. Muskeln, Sehnen, Bänder werden nicht belastet. Über einen längeren Zeitraum betrachtet, führt das zu Umbau- und Abbauprozessen. Mit lang anhaltender sitzender Tätigkeit steigt das Risiko für viele Erkrankungen, etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes Typ 2.
So kommt mehr Bewegung in den Alltag:
- Bewegung ins Sitzen bringen (Wippen, Zurücklehnen und regelmäßig zum Stehen und Gehen wechseln).
- Am Bildschirmarbeitsplatz regelmäßig aktive Erholungszeiten einlegen: Liegestütz, Kniebeugen, Dehnungsübungen (optimal: alle 60 Minuten 5 Minuten Bewegung).
- Treppensteigen statt Fahrstuhl, bringt viel zusätzliche Bewegung.
- Drucker entfernter platzieren, um weiter zu laufen.
- Fußwege verlängern: Eine Haltestelle früher aussteigen. Entfernteren Parkplatz wählen.
- Fahrrad oder Tretroller nutzen.
Nicht starr sitzen
Sitzen sollte dynamisch sein: Fläzen, Rückenlehne mal nach hinten, dann nach vorne – Hauptsache, nicht starr. Stets im rechten Winkel bei gerader Haltung auf dem Stuhl zu sitzen, ist mittlerweile überholt. „Die nächste Sitzhaltung ist die beste“, sagt Kindermann. „Bauen Sie zwischendurch Übungen am Arbeitsplatz ein. Aktive Erholungszeiten, die von der Unternehmensleitung gefördert werden, machen das Ganze natürlich leichter.“ Ob man dazu einen Hula-Hoop-Reifen im Büro schwingt, Kniebeugen macht oder Treppen statt des Fahrstuhls nutzt – Hauptsache, bewegen. Diese Tipps gibt’s zum Nachhören im Podcast „Ergonomie: Ist Sitzen wirklich das neue Rauchen?“.
→ REINHÖREN
- Tipps zum Nachhören gibt’s im Podcast „Ergonomie: Ist Sitzen wirklich das neue Rauchen?“. Webcode: 24416734
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