Arbeiter gießt rote Farbe aus einem großen Farbeimer, der auf einem kippbaren Handwagen in einer Halterung steht.
Der preis­gekrönte ­Handwagen mit Kippvorrichtung im Einsatz.

Ganz schön schwer, aber das müsste doch auch leichter gehen“, dachte man sich bei der Firma Mayr-Melnhof Gravure GmbH in Trier. Anstoß des Gedankens war, dass bis zu zwanzig Mal am Tag schwere Behälter voller Lack oder Farbe an die Druckmaschine transportiert werden mussten, um dort die Flüssigkeiten in gebückter Haltung nachzufüllen. Auch das Umfüllen in gebeugter Haltung mit den schweren Gebinden in den Händen verlangte von den Mitarbeitern einen großen Krafteinsatz. Muskeln, Bänder und Gelenke – besonders der Lendenwirbelbereich der Beschäftigten – wurden stark belastet. Oft waren Rückenschmerzen die Folge.   

Einfach mal gebaut

Doch wo ein Problem drückt, finden kluge, mitdenkende Menschen oft eine Lösung. So konstruierten die Trierer Drucker zusammen mit einem Maschinenbauer für diese Herausforderung einen ergonomischen Handwagen, den es am Markt nicht zu kaufen gibt. Er reduziert durch seinen Kippmechanismus den nötigen Kraftaufwand. Die schweren Gebinde stehen fest in der Halterung und lassen sich sicher zum Zielort rollen. Für das Ausgießen durch den Hebelarm reichen jetzt praktisch zwei Finger aus, ohne dass die Gebinde gehalten werden müssten. Niemand belastet seine Wirbelsäule bei dieser Arbeit mehr unnötig. Eine klasse Aktion in Sachen Gesundheitsschutz. Es wurden bereits zwei weitere Handwagen in Auftrag gegeben. 

Machen Sie doch mit!

Was bei der Firma Mayr-Melnhof Gravure geklappt hat und zu einer deutlichen Entlastung der Mitarbeitenden geführt hat, könnte durchaus auch eine Inspiration für andere Betriebe sein.

Preis für gute Ideen

Die BG ETEM zeichnet mit dem Präventionspreis Maßnahmen und praktische Lösungen aus dem Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitschutz aus, die über das gesetzliche Maß ­hinausgehen. Und damit diese hervorragenden Ideen nicht im Verborgenen bleiben und Nachahmer finden, wird es in zwei Jahren wieder einen Präventionspreis geben.