Check jetzt Dein Risiko!

Hoch klettern, tief fallen

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Es ist ein Klassiker. Gerade ist man am Montageort angekommen, da stellt man fest: Die Leiter ist ein kleines Stück zu kurz.
Noch mal zurück? Auf keinen Fall. Dann muss man wohl bis auf die oberste Stufe klettern, um ans Ziel zu kommen. Doch ganz oben wird es richtig wackelig und ein Sturz ist vorprogrammiert. Diese oder ähnliche Situationen ereignen sich in zahlreichen Betrieben. Doch sie lassen sich vermeiden, wenn man Folgendes beachtet.

Erst mal Alternativen prüfen 

Podestleitern, Anlegeleitern oder Mehrzweckleitern – die Auswahl an Herstellern, Werkstoffen und Produkten ist groß. Aber sind Leitern immer die erste Wahl? Bevor man auf die Leiter steigt, macht es Sinn, alternative Arbeitsmittel zu prüfen. Besonders bei planbaren Arbeiten sind Standgerüste, Fahrgerüste und Hubarbeitsbühnen die bessere Wahl. Kann auf Leitern nicht verzichtet werden, bieten Podestleitern einen festen Stand, zusätzlich schützt ein Geländer vor Absturz. Keinesfalls dürfen Sprossenleitern für das Arbeiten in der Höhe eingesetzt werden. Selbst für kurzzeitige Einsätze nicht. Sprossen sind nur wenige Zentimeter breit und bieten keinen sicheren Stand. Außerdem belastet langes Stehen auf einer Sprossenleiter die Bein- und Wadenmuskulatur. Ermüdet diese vorzeitig, werden Unfälle durch Abrutschen oder Fehltritte begünstigt.

Stufenleitern für festen Stand 

Sicherer arbeitet man auf Stufenleitern. Deren Stufen besitzen eine Mindestbreite von acht Zentimetern und gewähren einen festen Stand. Aber auch hier gilt: Werden Stufenleitern falsch eingesetzt, führt das oft zu gefährlichen Situationen oder sogar Unfällen. Rutschhemmende Füße verhindern das Wegrutschen der Leiter ebenso wie Leiterfüße mit Erdspitzen bei natürlichen Böden. Eine zweite Person kann hilfreich sein, um die Leiter während der Arbeiten festzuhalten. Auch Leitergurte, die im oberen Bereich der Leiter mit der Umgebung fixiert werden, tragen zu mehr Sicherheit bei.

Unsere Profi Tipps:

  • passende Leiter zur Tätigkeit auswählen. Dabei Aufgabe, Arbeitshöhe, Nutzungsdauer und Bodenbeschaffenheit beachten!
  • Leiter korrekt aufstellen: Anlegeleitern in einem Anlege-Winkel von 65° bis 75° zum Boden positionieren (Ellenbogenprobe machen). Außerdem: Anlegeleiter niemals an Scheiben, Masten oder Türen anlegen. Auf sicheren und ebenen Untergrund achten! Spreizsicherung immer gespannt halten.
  • Auf guten Halt achten, niemals freihändig arbeiten. Mit der 3-Punkt-Methode sicher aufsteigen: Immer beide Füße und eine Hand - oder beide Hände und ein Fuß haben Kontakt mit der Leiter.
  • Welche Stufen sind tabu? Bei einer Stehleiter dürfen die obersten zwei Stufen, bei einer Anlegeleiter die obersten drei Stufen und bei einer Stehleiter mit aufgesetzter Schiebeleiter die obersten vier Stufen nicht betreten werden.
  • Nur einwandfreie Leitern verwenden. Die Leiter vor dem Einsatz überprüfen. Fehlerhafte Leitern umgehend aus dem Verkehr ziehen.

5 Tipps zum Umgang mit Leitern

Sicherheitsrisiko Leiter? Auch bei Profis schleichen sich manchmal Routinen und Fehler ein. Riskuster Holger Schumacher wagt sich auf die Leiter und gibt 5 Tipps, wie Unfälle vermieden werden können…



Wackelige Angelegenheit

Im Jahr 2021 wurden allein bei der BG ETEM mit 4,3 Millionen Versicherten rund 2.400 meldepflichtige Arbeitsunfälle in Verbindung
mit Leitern erfasst.

Wir hoffen, dass unser Artikel über Leitern- Hoch klettern, tief fallen Ihre offenen Fragen beantworten konnte.

Sie haben Vorschläge und Ideen, welche Sicherheitsthemen noch relevant sind? Oder welche Experimente unser RiskBuster noch durchführen sollte? Dann schicken Sie uns eine E-Mail an: presse@bgetem.de Wir freuen uns auf Ihre Ideen.



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