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Was Profis über UV-Schutz im Sommer wissen sollten

Themenwoche Sonnenschutz

In der Themenwoche Sonnenschutz geben wir wertvolle Tipps, wie sich Beschäftige bei der Arbeit im Freien Schützen können.

Wer in der Sonne arbeitet, sollte sich ausreichend vor der Sonnenstrahlung schützen. Bei einem UV-Index ab 3 ist es daher wichtig, langärmlige Kleidung, Kopfbedeckung mit Nackenschutz, Sonnencreme und eine gute Sonnenbrille zu tragen. Aber was bedeutet eigentlich UV-Index 3?

Der UV-Index wird auf einer Skala von 0 bis 11+ angegeben. Fast alle Wetterdienste im Internet bieten diesen Service kostenlos an, z. B. bei wetter.de

Hier sieht man sofort, für welche Regionen ein bestimmter UV-Index erwartet wird. Für die Abschätzung gesundheitlicher Risiken durch die UV-Strahlung ist der UV-Index sehr hilfreich. Gemessen wird beim UV-Index die Stärke der Sonnenstrahlung auf einer ebenen Fläche.


Was ist der Unterschied zwischen UV-A und UV-B?

Der Lichtschutzfaktor (LSF) von Sonnenschutzmitteln bezieht sich nur auf die UV-B-Strahlung. Diese ist überwiegend für den Sonnenbrand verantwortlich. Die UV-A Strahlung sorgt für schnellere Hautalterung und kann ebenso wie UV-B-Strahlung Hautkrebs auslösen. Gute Sonnenschutzmittel verfügen zudem über einen Hinweis für den UV-A-Schutz.


Warum wird man eigentlich braun in der Sonne?

Auch wenn sie noch so schön ist – die Bräune der Haut ist eine Abwehrreaktion des Körpers, der versucht, sich mit der Bräunung vor einem tieferen Eindringen der UV-Strahlen zu schützen.


Kann man im Auto einen Sonnenbrand bekommen?

Vor UV-B-Strahlung ist man im Auto gut geschützt. Darum bekommt man im Auto keinen Sonnenbrand. Neue Frontscheiben schützen gut vor UVA und UVB Strahlung. Ältere Modelle lassen mitunter insbesondere an den Seitenfenstern einen Teil der UVA-Strahlung passieren. Dann kann bei längeren Fahrten an sonnigen Tagen zusätzlicher Schutz sinnvoll sein. In jedem Fall ist wichtig: Scheiben während der Fahrt nicht herunterkurbeln, sonst entfällt jeglicher Schutz. Auch Scheiben von Baustellenfahrzeugen schützen teilweise oder vollständig gegen UV-Strahlung und sollten nicht abmontiert werden.


Was sind Sonnencremes mit mineralischem oder chemischen Filter?

Mittlerweile werden bis zu 27 unterschiedliche UV-Filter in UV-Schutzmitteln eingesetzt. Mineralische Filter wie Titaniumdioxid oder Zinkoxid in Sonnencremes haben den Vorteil, dass sie als reflektierender Schutzfilm auf der Haut wirken.

Sonnencremes mit chemischen Filtern ziehen in die Haut ein und wandeln die UV-Strahlen in Wärme um. Sie benötigen längere Zeit (z.T. bis zu 30 Minuten) bevor sie vollständig schützen. Wer mit Allergien zu kämpfen hat, sollte auf allergenfreie Produkte achten. Wenn Ihr keine komplett gesunde Haut habt, lasst Euch hierzu von Eurem Betriebs- oder Hausarzt beraten.

Wer mit Allergien zu kämpfen hat, wird eher geraten zu einer Sonnencreme mit minieralischem Filter zu greifen. Sie sind besonders gut für Menschen mit Sonnenallergien geeignet. Es gibt aber auch etliche unbedenkliche chemische UV-Filter. Am besten sprecht Ihr hierzu mit Eurem Betriebs- oder Hausarzt. 


Was tun bei Hautveränderungen?

Wenn Ihr eine Hautveränderung bei Euch feststellen, solltet Ihr auf jeden Fall Euren Hautarzt aufsuchen und die betreffende Stelle untersuchen lassen. Jährlich erkranken in Deutschland ca. 240.000 Menschen neu an Hautkrebs. Wenn Hautkrebs aber rechtzeitig erkannt wird, ist dieser in fast allen Fällen heilbar. Wenn Ihr an Arbeitsplätzen im Freien längere Zeit intensiver UV-Strahlung ausgesetzt seid, bietet Euch der Arbeitgeber eine Vorsorgeuntersuchung an. Gesetzlich Krankenversicherten ab 35 Jahren steht alle zwei Jahre eine kostenfreie Hautkrebs-Früherkennung zu. Diese Angebote solltet Ihr nutzen!


Seht selbst, was Dr. Stephanie Jung zu dem Thema Sonnenschutz zu sagen hat.

Dr. Stephanie Jung, Fachärztin für Arbeitsmedizin, gibt Tipps, wie man sich vor Sonneneinstrahlung schützen kann und was bei Hautveränderung zu tun ist.

Wie schützt man sich am besten vor der Sonne?

Beschäftigte in bestimmten Branchen sind berufsbedingt einfach häufiger im Freien und somit der Sonnenstrahlung intensiver ausgesetzt. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, für diese Tätigkeiten eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Darüber hinaus müssen geeignete Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Beispiele hierfür sind:

Technische Schutzmaßnahmen:

  • Überdachungen oder Sonnensegeln im Freien
  • UV-absorbierende Abdeckungen
  • UV-absorbierende Fenstern bei Fahrzeugen (Bahnen, Bussen, Gabelstaplern, Traktoren, Baggern usw.)

Organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen:

  • Unterweisung der Beschäftigten über mögliche Gefahren durch UV-Strahlung
  • Verlegung des Arbeitsbeginns in die früheren Stunden
  • Allgemeiner Begrenzung von Überstunden bei hohem UV-Index 
  • Generell den Aufenthalt in der Sonne reduzieren – Mittagspause im Schatten
  • Kleidung mit UV-Schutz, die Körper und Kopf bedeckt
  • Sonnenschutzbrillen, die für den gewerblichen Bereich geeignet sind (DIN EN 172)
  • Sonnenschutzcremes mit geeignetem Lichtschutzfaktor (Mindestens SPF 30 und UVA/UVB-Schutz)

Unser Appell: Nutzt  die Schutzmaßnahmen, die vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden, konsequent . Dazu zählen auch die arbeitsmedizinischen Vorsorgeangebote . Sprecht mit eurem Vorgesetzten oder Betriebsarzt, wenn bereits Gefährdungen der Haut vorliegen.


Kopf, Hals und Hände schützen

Wer seine Haut nicht richtig schützt und zu lange der ultravioletten Strahlung ausliefert, setzt sich einer nicht zu unterschätzenden Gefahr aus: Sonnenbrand. Die Haut wird rot, schmerzt, Blasen können entstehen. Symptome, die zwar wieder verschwinden, die Haut vergisst diese Angriffe aber nicht. Im schlimmsten Fall bildet sich Hautkrebs. Die Wissenschaft ist heute davon überzeugt, dass bestimmte Hautkrebserkrankungen durch langjährige UV-Strahlung der Sonne auch arbeitsbedingt verursacht werden können. Deshalb können seit dem Jahr 2015 bestimmte Typen des weißen Hautkrebses, die nachweislich einen sehr starken Zusammenhang mit der UV-Strahlung aufweisen, als Berufserkrankung anerkannt werden. Er tritt meist an Kopf, Hals, den Ohren und Händen auf und damit dort, wo die Haut besonders stark der UV-Strahlung durch die Sonne ausgesetzt ist. Weißer Hautkrebs bildet seltener Metastasen. Erkennt man den Hautkrebs frühzeitig und beginnt mit einer Behandlung, sind die Prognosen in der Regel gut.

Damit es gar nicht erst zu einer Erkrankung kommt, lautet das oberste Gebot bei Arbeiten im Freien: Sonnenschutz anwenden!

Das können Sonnenschirme oder Überdachungen sein. Ein Beschäftigter, der auf Dächern arbeitet, wird sich jedoch anders helfen müssen. Am besten viel in den Morgenstunden arbeiten und Pausen auf jeden Fall im Schatten machen. Nackte Oberkörper sind tabu. Kleidung, die Arme und Beine bedeckt, eine Kopfbedeckung sowie eine gute Sonnenbrille bilden die Grundausstattung. Hinzu kommt noch die Sonnencreme. Sie verlängert die Eigenschutzzeit der Haut, die der Sonne ausgesetzt ist. Ein Lichtschutzfaktor 30 oder höher anzuwenden lautet die Empfehlung.

Wer unsicher ist, ab wann Sonnenschutz angewendet werden muss, kann sich vor Arbeitsbeginn am international einheitlich festgelegten UV-Index (UVI) orientieren. Er beschreibt den am Boden erwarteten Tagesspitzenwert der sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung. Je höher sein Wert, desto größer die Gefahr für Haut und Augen. Bei UVI 1 oder 2 ist die Strahlenbelastung niedrig. Schutzmaßnahmen sind nicht erforderlich.

Der UV Index

Der UV Index. Ab einem UV Index über 3, sind Schutzmaßnahmen erforderlich. Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz (BfS).

Steigt der Wert über 3, besteht zunehmende Sonnenbrandgefahr. Ohne angemessene Schutzmaßnahmen ist bei dieser Strahlungsintensität jedes Sonnenbad ein Gesundheitsrisiko. Ab einem Index von 8 ist die UV-Belastung so hoch, dass zusätzlich zu den üblichen Schutzmaßnahmen empfohlen wird, sich vorwiegend im Schatten sowie zwischen 11 und 16 Uhr Sommerzeit (MESZ) in Gebäuden aufzuhalten. Die aktuelle UV-Prognose ist abrufbar beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS).

Von April bis September veröffentlicht das Bfs zusätzlich jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag 3-Tages-UV-Index-Prognosen für die 10 Vorhersagegebiete in Deutschland.

Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht ebenfalls den UV-Index: www.dwd.de

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