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Retten, löschen, bergen

Retten, löschen, bergen

1,3 Millionen freiwillige Brandbekämpfer in der Rußfalle: So bleiben sie nach dem Einsatz gesund. Bild: halfpoint/stock.adobe.com

Nachdem das Feuer gelöscht ist, setzen sie sich in ihren verqualmten Schutzanzügen in das Einsatzfahrzeug, nehmen mit rußverschmiertem Gesicht schnell einen Schluck aus der Wasserflasche oder beißen in ein Brot und legen die verschmutzte Ausrüstung in den Wagen. „Wo Ruß ist, sind Schadstoffe“, sagt Tim Pelzl, „Darum kommt es auf die Hygiene am Einsatzort an.“ Pelzl leitet den Fachbereich „Feuerwehren, Hilfeleistungen und Brandschutz“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), in der die rund 1,3 Millionen Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren in Deutschland versichert sind.

Weg mit dem Dreck

Für einen besseren Schutz vor dem Schmutz hat die gesetzliche Unfallversicherung jetzt die DGUV Information 205-035 „Hygiene und Kontamination bei der Feuerwehr“ und einen unterhaltsamen, vierminütigen Kurzfilm veröffentlicht. Von der Optik her angelehnt an ein Computerspiel, zeigt dieser die korrekte Einsatzstellenhygiene: Die Löschtrupps reinigen am Brandort ihre persönliche Schutzkleidung und -ausrüstung grob, legen sie ab und ziehen stattdessen saubere Trainingsanzüge an.

Die verschmutzte Kleidung und Ausrüstung wird möglichst luftdicht verpackt und separat transportiert, um sie anschließend fachgerecht zu reinigen. „Bereits mit so einfachen Mitteln wie partikelfiltrierenden Halbmasken, Einweghandschuhen, Wasser und Müllsäcken lässt sich viel verbessern“, erklärt Tim Pelzl, der selbst Kommandant einer Freiwilligen Feuerwehr ist.

Kommunen in der Pflicht

„In vielen Feuerwehren wird die Schutzkleidung nach einem Einsatz nicht gewaschen, sondern nur getrocknet und gelüftet“, weiß Pelzl. Schad- und Gefahrstoffe häufen sich auf diese Weise an. Doch nicht alle Wachen verfügen über geeignete Waschmaschinen, zudem fehle es häufig an Einsatzkleidung zum Wechseln. Auf keinen Fall dürfe der verschmutzte Schutzanzug bei den freiwilligen Helfern in der heimischen Waschküche gesäubert werden. „Damit trägt man die Gefahrstoffe in die private Umgebung, das ist absolut tabu“, sagt der Experte. Dort seien die Kommunen gefordert, denen als Träger der Freiwilligen Feuerwehren die Verantwortung für den Gesundheitsschutz und die Finanzierung obliege.

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